Sonntag, 22. Januar 2017

Will sich Mexiko bei den U.S.A. einschmeicheln?

Was für ein Zufall, dass einen Tag vor der Angelobung von Donald Trump zum 45. US-Präsidenten, Drogenboss Joaquin Guzmán genannt „El Chapo“, an die U.S.A. ausgeliefert wurde. Je nach Interpretation handelt es sich um ein Abschiedsgeschenk der mexikanischen Regierung an den scheidenden US-Präsidenten Barack Obama oder das Einstandsgeschenk für den neuen US-Präsidenten Donald Trump.


Wer weiß wie lange es „El Chapo“ gelungen wäre, nach seinen spektakulären Gefängnisausbruch vom 11. Juli 2015, von den Behörden nicht gefangen genommen zu werden, wenn er nicht den Wunsch gehabt hätte, dass über ihn ein Film gedreht würde. Zu diesem Zwecke hatte er sich am 2. Oktober 2015 mit Hollywood Star Sean Penn und dessen mexikanischer Kollegin Kate del Castillo getroffen. Die beiden Schauspieler dürften bereits vor dem sieben Stunden langen Interview mit „El Chapo“ überwacht worden sein (Der ÜBERFLIEGER berichtete...).

In den U.S.A. droht dem Drogenboss aufgrund zahlreicher ihm vorgeworfener Delikte eine lebenslange Haftstrafe. Für die Auslieferung musste die US-Justiz garantieren, dass Joaqin Guzmán in den U.S.A. nicht die Todesstrafe droht. Mexiko liefert nämlich, nachdem man die Todesstrafe im eigenen Land abgeschafft hat, keine Gefangene an jene Staaten aus in denen es diese noch gibt.

Ab sofort dürfte es für viele mexikanische Beamte und Politiker sehr ungemütlich werden. Der Drogenboss hat für den Fall, dass man ihn an die U.S.A. ausliefert damit gedroht „auszupacken“. Die Wahrscheinlichkeit, dass er den US-amerikanischen Behörden einen Deal vorschlägt und dieser angenommen wird, sind groß. Derzeit ist es noch eine Vermutung, aber vielleicht ist es schon bald ein Faktum, dass sich die mexikanische Regierung vom Boss des mächtigsten Verbrechersyndikates des Landes (dem Sinaloa Kartell) gewünscht hat in der mexikanischen Unterwelt für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Im Gegenzug hätte man „El Chapo“ bei seinen „Geschäften“ gewähren lassen.

Es stellt sich die Frage, warum „El Chapo“ von den mexikanischen Behörden letztendlich doch verhaftet wurde. Haben einige seiner „Beschützer“ an Einfluss verloren oder hat sich der Drogenboss nicht an Vereinbarungen gehalten?

Hoffentlich wird „El Chapo“ nicht durch einen plötzlichen „Unfall“ an seiner Aussage gehindert...