Mittwoch, 27. April 2016

Die Hotspots der radioaktiven Strahlenbelastung - Keine Panik Fukushima und Tschernobyl habe ich eh weggelassen...

Hanford, USA

Hanford befindet sich im Südosten des US-Bundesstaates Washington und war ein wesentlicher Bestandteil des US-Atombombenprojekts. Hier wurde u.a. jene Atombombe produziert welche über Nagasaki abgeworfen wurde. Zur Zeit des Kalten Krieges wurde die Produktion extrem hochgefahren. Plutonium welches für etwa 60.000 Atomsprengköpfe reichte, wurde in dieser Zeit nach Hanford geliefert.


Die Anlage ist mittlerweile stillgelegt aber es werden hier weiterhin zwei Drittel aller radioaktiver Abfälle der USA gelagert. Hanford gilt als der radioaktiv am schwersten verstrahlte Ort in der westlichen Hemisphäre. Seit dem Jahre 2001 wird in Hanford die weltweit größte Dekontaminationsaktion durchgeführt

In der Flora und Fauna der Umgebung lässt sich die Kontamination allerdings weiterhin nachweisen. Kleintiere wie z. B. Mäuse und sogar Kaninchen nehmen das belastende Material immer wieder neu auf und geben die Kontamination wiederum weiter... Aus diesem Grund muss auch das bereits dekontaminierte Gebiet regelmäßig neu nach radioaktiven Spuren untersucht werden...


Das Mittelmeer

Das Ndrangheta-Syndikat der italienischen Mafia hat das Mittelmeer zur Giftmülldeponie umfunktioniert. Laut der Umweltschutzorganisation Legambiente sind seit 1994 etwa 40 Schiffe, welche mit hochgiftigen und radioaktiven Abfällen beladen wurden, im Mittelmeer verschwunden. Laut Nachfrage bei Fox Mulder und Dana Scully handelt es sich allerdings um kein neues Bermudadreieck...

Es ist nicht die Frage ob diese versenkten Giftfässer eines Tages aufbrechen und das Mittelmeer verseuchen werden, sondern die Frage lautet nur wann es wohl passieren wird...


Die Küste von Somalia

Hier sind die Verbrecherbanden ebenso eifrig am Werk den Atommüll in den Gewässern vor Somalia zu versenken oder ihn irgendwo im Boden zu vergraben. Nachdem immer wieder diese prächtigen Giftfässer mit der Strömung ans Ufer gelangen weiß man ganz genau, dass diese Art der Entsorgung praktiziert wird. Die Vereinten Nationen lassen über ihr Umweltprogramm verlauten, dass das meiste davon wohl aus den 1990er-Jahren stammt. Ob uns das jetzt beruhigen soll will ich nicht kommentieren oder beurteilen...


Sellafield, Großbritannien

Einst wurden in diesem Nuklearkomplex Plutonium-Waffen hergestellt. Später wurde die Anlage nur noch für kommerzielle Zwecke genutzt. Wie denn? Die Waffen hatten keinerlei kommerziellen Nutzen? Faktum ist, dass von Beginn an die Umwelt ziemlich egal war und man deshalb den radioaktiven Abfall kurzerhand in die Irische See geleitet hat...

Am 10. Oktober 1957 gab es einen Brand im Reaktor Windscale (nach der Katastrophe umgetauft in Sellafield). Dieser Reaktor diente ausschließlich zur Erzeugung von Plutonium. Das Plutonium hatte den Zweck für den Bau von Atombomben eingesetzt zu werden. Es handelte sich insgesamt um eine der schwersten Atomunfälle.

Nachdem es in Sellafield insgesamt zu zahlreichen, viele sprechen von hunderten nuklearen Unfällen gekommen ist, gelten zwei Drittel des Gebäudes selbst als Atommüll!

Vor zwei Jahren hat man herausgefunden, dass seit vierzig Jahren die abgebrannten Brennelemente in nicht überdachten Abklingbecken unter freiem Himmel gelagert werden... Selbstverständlich landen dort gerne Vögel, um zu trinken... Keine Panik es ist alles in Ordnung! Die Betreiber wissen, dass die Vögel verstrahlt werden könnten und deshalb werden diese, wenn sie sich über dem Gelände befinden sofort abgeknallt und eingelagert...

Ob die Anlage noch in Betrieb ist? Nur noch bis 2018...


Majak, Russland

Majak im Nordosten Russlands hat seit Jahrzehnten eine Atomanlage. In dieser hat es 1957 einen der schlimmsten Atomunfälle der Geschichte gegeben.

Noch nie gehört?

Der Kyschtym-Unfall geschah am 29. September 1957. Damals galt er als Atomunfall der Stufe 6. Der einzige dieser Größenordnung. Nur Tschernobyl und Fukushima erreichten die Höchststufe namens INES 7

Der Unfall war bezüglich der Radioaktivität des freigesetzten Materials vergleichbar mit Tschernobyl. Viele Quellen sind sogar der Überzeugung, dass die ausgetretene Radioaktivität höher war als jene von Tschernobyl. Die Verbreitung war aufgrund der vorherrschenden Thermik „günstiger“. 90 % der Radioaktivität verblieben nämlich auf dem Betriebsgelände und „lediglich“ 10% wurden durch die Windunterstützung bis zu 400 Kilometer Richtung Nordosten verteilt.

Die heutigen Schätzungen des damaligen Ereignisses sprechen davon, dass der Unfall mit INES 7 zu bewerten gewesen wäre.

Zeugenberichte sprechen davon, dass die Explosion als leuchtender Schein noch in einer Entfernung von hunderten Kilometern sichtbar gewesen sei. Die damaligen Zeitungen sprachen allerdings von einem Polarlicht bzw. Wetterleuchten.... Der Majak Unfall gelangte nicht an die Öffentlichkeit... Bis in die 1970er Jahre konnte das Unglück verschwiegen werden. Es gab keinen radioaktiven Niederschlag auf Europa und daher keine messbaren Hinweise. Der erste, welcher darüber berichtete war der sowjetische Journalist und Dissident Schores Alexadrowitsch. Er veröffentlichte einen diesbezüglichen Artikel 1976 im „New Scientist“.

Die Führung der Sowjetunion gab erst im Jahre 1989 zu, dass dieses Ereignis stattgefunden hat...