Donnerstag, 18. Februar 2016

Papst Franziskus in der mexikanischen Drogen-Hochburg Morelia

Aus Sicherheitsgründen hatte man Papst Franziskus davon abgeraten diese von der Mafia kontrollierten Stadt zu besuchen. Für ihn war das allerdings nur ein Grund mehr erst recht hinzufahren. Faktum ist, dass er nirgendwo in Mexiko so sehr gefeiert wurde wie in der Hauptstadt des Bundesstaates Michoacan. Bewaffnete Bürgerwehren und die Armee des Landes bekämpfen hier das Sialoa-Drogenkartell, sowie sogenannte „Tempelritter“ welche sich pseudo-religiös geben, indem sie ihre Morde (Hinrichtungen) als „Strafe Gottes“ bezeichnen. In Morelia blühen der Drogenhandel, die Hehlerei, die Schwarzarbeit (zumeist im Dienste der Mafia) und die allgegenwärtige Schutzgelderpressung. Die massenhaft arbeitslosen Jugendlichen sind für das Drogenkartell ein gefundenes Fressen.


Hunderttausende Bewohner Michoacans strömen nach Morelia, um den Papst zu sehen. Dieser wird von unzähligen schwerbewaffneten Sicherheitsleuten, sowie gepanzerten Fahrzeugen, gesichert. Dies ist beim leutseligen Papst allerdings eh fast unmöglich. Franziskus legt sich bei seinen Predigten in Mexiko „voll ins Zeug“ und predigt immer wieder gegen den Drogenhandel, die Gewalt und die Korruption.

Eindrucksvoll verläuft dann das Treffen mit zehntausenden Jugendlichen im Fußballstadion. Die Versuchungen der Konsumkultur stehen im Mittelpunkt seiner Predigt. Es ist nicht wahr, dass man nur dann wertvoll sei, wenn man sich hinter der Maske/Fassade von Markenkleidung verstecke oder glaube, dass man mit Geld (oftmals durch Drogenverkäufe schnell verdientes Geld) alles kaufen könne. Es ist unwahr, weil sich wahre Zuneigung und Liebe niemand kaufen könne. Der Besitz eines großen Autos mache übrigens auch nicht glücklich.

Er machte den Jugendlichen deutlich, dass er ganz genau wüsste wie hier alles abläuft. Keine Arbeit, kein Bildungszugang, Freunde und Verwandte in den Diensten der Mafia... Das führe einen Menschen durchaus in Grenzsituationen, aus denen es schwer ist wieder herauszukommen.

Der Ausweg heißt – Jesus. Der Papst sprach auch immer wieder davon, dass es keine Schande sei hinzufallen. Wichtig sei es allerdings danach jedes mal erneut aufzustehen. Jesus würde ihnen dazu die Hand reichen und deshalb sollten sie auch untereinander (mit Würde) die Hand zum Aufstehen anbieten. Gegen die äußere Bedrohung helfe die Gemeinschaft und vor allem die Familie.

Frei nach den Toten Hosen: „Steh auf, wenn Du am Boden bist...“