Dienstag, 10. November 2015

Massiver Anstieg von Schilddrüsenkrebs in Fukushima

Im März 2011 kam es zur Reaktorkatastrophe in Fukushima. Die damalige Regierung versicherte der japanischen Bevölkerung, dass es zu keinem Anstieg an Krebserkrankungen kommen werde. Wie hoch ist eigentlich unter „normalen Bedingungen“ die Gefahr für Kinder bis zum 18. Lebensjahr an Schilddrüsenkrebs zu erkranken? Sie ist so derartig gering, dass wenn es eine Nebenwirkung eines Medikaments von der Apotheke wäre, es auf keinem Beipackzettel vermerkt würde. Von einer Million Kinder, erkranken jährlich höchstens zwei an Schilddrüsenkrebs.


Japans Behörden haben bereits kurze Zeit nach der Katastrophe damit begonnen, die Schilddrüsen der höchstens 18 Jahre alten Kinder auf Auffälligkeiten zu untersuchen. Diese Krebsart entwickelt sich sehr langsam. Sie tritt üblicherweise erst vier bis fünf Jahre nach der freigesetzten Strahlung durch die Kernschmelze auf. Bei den Vorsorgeuntersuchungen mittels Ultraschall, ist im Gegensatz zur Zeit vor dem Unglück, eine 20 bis 50-fache, manche Institutionen sprechen gar von einer 230-fachen höheren Rate an Schilddrüsenkrebsfällen aufgetreten.

Die japanische Regierung will allerdings nicht an einen Zusammenhang mit der Reaktorkatastrophe glauben. Sie ist davon überzeugt, dass es nur deshalb vermehrt auftretende Schilddrüsenkrebsfälle gibt, weil durch die große Anzahl an Untersuchungen, ein sogenannter „Screening-Effekt“ aufgetreten ist. Der Epidemiologe Toshihide Tsuda ist da anderer Ansicht und vertritt komplett diametral dazu die Meinung, dass die Krankheitsfälle schneller als erwartet steigen. Schließlich seien seit dem Unglück erst vier Jahre vergangen und es wäre ein noch viel stärkeres Ansteigen an Krebserkrankungen zu erwarten.


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